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Tierrecht Anwalt | Interessante Urteile zum Thema: Tierkauf Hundekauf | Welpenkauf
Schadenersatz beim Tierkauf
Ein Käufer eines kranken Tieres hier Hundes (Welpe) muss zuerst den Verkäufer über die Erkrankung informieren und ihm die Gelegenheit zur Nachbesserung geben. Lässt aber der schwere körperliche Zustand des Hundes eine unverzügliche tierärztliche Behandlung als Notmaßnahme erforderlich erscheinen, ist der Käufer zur Aufforderung nicht verpflichtet und kann gegenüber dem Verkäufer Schadensersatz verlangen. Der Welpenkäufer ist in einer solchen Notsituationen nicht verpflichtet, dem Verkäufer zunächst eine Nachfrist zur Behebung der Krankheit zu setzen. Bundesgerichtshof Az.: VIII ZR 1/05
Welpe mit genetischem Fehler
Verkauft ein Hundezüchter einen Welpen und wird bei diesem Tier später eine Fehlstellung des Sprunggelenks tierärztlich festgestellt, so haftet hierfür der Verkäufer nicht, wenn er bei der Auswahl der Zuchttiere darauf geachtet hat, dass genetische Fehler bei den Elterntieren nicht vorliegen. Denn in diesem Fall ist beim Hundeverkäufer kein Verschulden festzustellen. Er hat weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt. War die Fehlstellung des Sprunggelenks genetisch bedingt, so beruhte sie auf einem schon durch die Zeugung vorgegebenen Defekt der spezifischen, für die Knochenentwicklung maßgeblichen Anlagen des Hundes. Hinsichtlich eines solchen, in der Natur des Tieres begründeten genetischen Fehlers ist dem Züchter keine Fahrlässigkeit vorzuwerfen, wenn er die Zucht nach den dafür geltenden, auf Wissenschaft und Erfahrung beruhenden züchterischen Grundsätzen betreibt..Bundesgerichtshof VIII ZR 281/04



Welpe mit genetischem Defekt - Schadensersatz für einen genetisch kranken Hund
Verkauft ein Hundezüchter einen Welpen und wird bei diesem Hund eine genetisch bedingte Erkrankung festgestellt wie eine Fehlstellung des Sprunggelenks , so haftet hierfür der Hundezüchter nicht, wenn er bei der Auswahl der Zuchttiere darauf geachtet hat, dass der genetische Fehler bei den Elterntieren nicht vorliegen. Denn in diesem Fall ist beim Hundeverkäufer kein Verschulden festzustellen. Er hat weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt. War die Fehlstellung des Sprunggelenks genetisch bedingt, so beruhte sie auf einem schon durch die Zeugung vorgegebenen Defekt der spezifischen, für die Knochenentwicklung maßgeblichen Anlagen des Hundes. Hinsichtlich eines solchen, in der Natur des Tieres begründeten genetischen Fehlers ist dem Züchter keine Fahrlässigkeit vorzuwerfen, wenn er die Hundezucht nach den dafür geltenden, auf Wissenschaft und Erfahrung beruhenden züchterischen Grundsätzen betreibt.Bundesgerichtshof VIII ZR 281/04 , BGH VIII ZR 1/05



Tierrecht | Anwalt | Rechtsanwalt | Tierrechtsanwalt
Tierkauf | Schadensrecht
Ein Welpe war vom Züchter, der seit 30 Jahren in der Dackelzucht betreibt, im Juni 2002 für 500 Euro an einen Käufer verkauft worden.5 Monate später stellte sich bei der achten Kontrolluntersuchung durch die behandelnde Tierärztin des Käufers heraus, dass der Dackel eine Fehlstellung des rechten hinteren Sprunggelenkes hatte, die zu einer übermässigen O- Beinigkeit führen würde.Der Käufer forderte daraufhin der Verkäufer auf, als Schadensersatz einen Betrag in Höhe von 1.200 Euro, nämlich die voraussichtlichen Operationskosten für eine Behebung der Fehlstellung, an den Verkäufer zu zahlen. Rückgängig machen wollte der Käufer den Kauf nicht, da ihm der Dackel zwischenzeitlich sehr ans Herz gewachsen war.Es konnte jedoch nicht geklärt werden, ob das Tier im Zeitpunkt des so genannten "Gefahrübergangs" die später auffällig gewor­dene Fehlstellung des Sprunggelenks schon aufwies. Jedenfalls verlangte der Käufer Schadensersatz. Jedoch war ein Verschulden des Verkäufers zu verneinen, weil die vier Mo­nate nach der Übergabe erkannte Fehlstel­lung des Sprunggelenks wahrscheinlich auf genetischen Ursachen beruhte. Nach dem Urteil des Gerichts hat ein Züchter nicht schlechthin für eventuelle genetische Fehler eines Hundes einzustehen. Ein Züch­ter, der eine Garantie für eine bestimmte Ent­wicklung des Tieres nicht übernommen hat, hat dessen anlagebedingte Fehlentwicklung nur zu vertreten, wenn er für die genetischen Ursachen der Fehlentwicklung deshalb die Verantwortung zu tragen hat, weil er bei der Zucht die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen und dadurch fahrlässig gehandelt hat. Davon konnte in dem konkre­ten Fall aber nicht ausgegangen werden.
Weiter ging das Gericht davon aus, dass der vor­gegebene genetische Defekt durch die opera­tive Behandlung des Hundes nicht beseitigt werden konnte. Operativ korrigiert wurde zwar die Fehlstellung des Sprunggelenks und damit die übermäßige 0-Beinigkeit des Tieres. Durch die Operation wurde der Hund aber nicht in einen vertragsgemäßen Zustand ver­setzt. Vielmehr wurde die Korrektur des äußeren Erscheinungsbildes des Hundes mit ei­nem anderen Mangel erkauft. Der Hund hatte seit dem Eingriff einen künstlich veränderten Knochenbau und musste mit den damit dauer­haft verbundenen gesundheitlichen Risiken le­ben, die so gewichtig waren, dass sie halbjähr­lich tierärztliche Kontrolluntersuchungen erfor­derten. Der Hund blieb damit lebenslang nicht frei von Mängeln. Eine Maßnahme, die den körperlichen Defekt eines Tieres nicht folgen­los beseitigen kann, sondern andere, regelmäßig zu kontrollierende gesundheitliche Risi­ken selbst erst hervorruft, ist zu einer nachhal­tigen Beseitigung des Mangels nicht geeignet. So hatte der Züchter seine Verpflichtung zur Lieferung eines mangelfreien Tieres nicht er­füllt.
Da den Verkäufer also aus der Sicht des Bundesgerichtshof (BGH) es kein Verschulden an dem Mangel traf, hat der Bundesgerichtshof (BGH) die auf Schadensersatz gerichtete Klage abgewiesen.Bundesgerichtshof VIII ZR 281/04


Als qualifizierter Anwalt für Schadensersatzansprüche / Hundekauf vertritt Rechtsanwalt Ackenheil erfolgreich seit über 15 Jahren bundesweit Hundezüchter und Hundekäufer.
Rechtsanwalt Ackenheil ist auf die Themengebiete Tierkauf, Hundekauf, Hundezüchterhaftung spezialisiert und bundesweit tätig. Um umfassend rechtlich kompetent als Anwalt für Ansprüche aus dem Hundekauf beraten zu können und hierfür tierärztliche Diagnosen, Gentests, Befunde, Therapien, Operationstechniken, tierärztliche Rechnungen, Gutachten ect. korrekt auswerten zu können müssen selbstverständlich auch medizinrechtliche Kenntnisse mit einfliessen.

Grundbegriffe der Genetik, der rassespezifische Erkrankungen beim Hund und deren Untersuchungen (Gentest) sind für eine erfolgreiche rechtliche Beratung unabdingbar.
Ein hervorzuhebendes Merkmal der Ackenheil Anwaltskanzlei / Kanzlei für Tierrecht ist hierbei der fachübergreifende Zusammenschluss der Rechtsgebiete Medizinrecht | Tiermedizinrecht | Züchterhaftung.





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